
U14m2 schlägt sich in der Oberliga achtbar
5. Januar 2026
Einführung für Ballspiele mit dem Schwerpunkt Klasse 3 bis 6
8. Januar 2026(ar) In einer zerfahrenen Partie verlieren die UBC-Herren in der 1. Regionalliga als Konglomerat aus Einzelspielern am Ende 70:91 gegen den Aufsteiger aus dem Sauerland.
Im ersten Spiel nach den Weihnachtsferien zeigt sich bei Basketball-Teams häufig ein wenig Streusand im Getriebe. In diesem Fall war es grober Rollsplit.
Eigentlich war es ein Grund zur Freude – viele Spieler waren endlich wieder gesund und zum ersten Mal seit einer Weile wieder dabei: Fynn Aumann, Fynn Lucas und Leonard Dertmann. Dazu kamen Thorben Döding, der zuletzt in der ProA gemeldet wurde um dort Personalengpässe abzumildern, und Ole Witt, der in der Herren 3 gut aufgespielt hatte.
Die erste Fünf aus den NBBL-Startern Leo Kirchhoff und Rune Reuter, dazu Fynn Lucas, Jannis Ridder, und positionsfremd auf der Fünf Phil Schmidt startete ordentlich ins Spiel, doch auch hier zeigten sich erste Fehler, vor allem in der defensiven Abstimmung.
Ein Indiz für mangelnde Absprachen waren drei Momente unter dem Korb, in denen Olpe zu einem einfachsten 1-0-Abschluß kam. Dazu vier geschenkte Freiwurfchancen bei Fouls an Drei-Punkte-Schützen. Damit fielen die erlaubten Punkte beim 19:26-Zwischenstand zu hoch aus.
Im zweiten Viertel blieb Münster dran – dabei half auch der weite Buzzer Beater von Fynn Aumann zum 31:40 Halbzeitstand. Zu diesem Zeitpunkt hatte jeder der 12 Spieler bereits Einsatzzeit gesehen und der Rückstand hätte auch aus eigenen Mitteln auf 0 gestellt werden können: Mit nur 5 Treffern aus 14 Freiwürfen ließ Münster etliche leichte Punkte liegen.
Eine funktionierende Rotation war auch danach nicht zu erkennen, vielleicht auch weil die beiden Center Leonard Dertmann nach langer Verletzungspause und Jasper Hayen eher zaghaft agierten und damit die Last unter dem Korb an Phil Schmidt hing. Der seinerseits durch seine aufmerksame Help-Verteidigung glänzte und wieder und wieder ein schwer überwindbares Bollwerk für die Gegner darstellte. Ein weiterer Lichtblick kam von Leo Kirchhoff, der sich in diesem Spiel zwar offensiv schwertat, aber in vorbildlicher, wenn auch schmerzhafter, Manier drei harte Offensivfouls annahm.
Trotzdem fand Coach Andrej König für diesen Abschnitt noch versöhnliche Worte: “In der ersten Halbzeit fand ich es ganz gut, da haben wir zumindest noch als Team [gespielt] und waren aggressiver. Olpe ist durch Einzelaktionen im Spiel geblieben, den Ami haben wir ganz gut unter Kontrolle gehabt.”
Doch der Flow der ersten Minuten war gebrochen, ein mannschaftliches Miteinander wollte nicht mehr aufkommen. So versuchten sich die Münstaner wieder und wieder an Einzelaktionen und Drei-Punkte-Würfen, bei insgesamt 34 Versuchen, aber nur 9 Treffern (26%). Ebenso symptomatisch für das Spiel: Kein Spieler erreichte mehr als zwei Assists, bei insgesamt traurigen 13 für das gesamte Team.
Wie in der ersten Halbzeit bereits Dion Braimoh (17 Punkte), ein weitgereister Spieler mit viel Erfahrung in der ProB, war es jetzt der “Journeyman” mit BBL- und ProA-Erfahrung Jacob Mampuya (22), der vier schwierige Dreier versenkte – wenn auch einen davon mit Ablauf der Spieluhr, als alle anderen Spieler schon aufgehört hatten zu spielen. Immerhin wurde US-Import Jeremiah Sparks (mit 27,5 Punkten im Schnitt bester Scorer der Liga) auf 13 Punkte beschränkt.
So blieb den Münsteranern nur noch die Hoffnung auf Ergebniskorrektur, doch selbst die gelang, auch aufgrund vieler unnötiger Ballverluste und trotz der 13 Punkte von Fynn Aumann in der zweiten Halbzeit, nicht.
Die 70:91-Niederlage war entsprechend verdient, ohne gesunde Center wirkten die Münsteraner zu keiner Zeit stabil und im Angriff ohne Spielwitz.
Coach Andrej König zeigte sich nach dem Spiel sichtlich zerknirscht: “Ich bin ein bisschen sauer. Wir haben in der zweiten Halbzeit versucht, gegen Profis, die höher gespielt haben, ein Wurfduell zu gewinnen. Da fehlen uns einfach die Basketballjahre, das ist nicht, was wir spielen wollen.”
“Für uns ist das bitter, weil es ein Must-Win ist, aber jetzt müssen wir den Mund abwischen und in den kommenden Spielen Siege einholen.”
Und das ist angesichts der Tabellensituation dringend erforderlich. Auch wenn man nicht vergessen darf, dass die Münsteraner gegen Teams mit bezahlten Akteuren antreten: Am Ende müssen sich die Spieler und der Coach fragen, was sie in dieser Saison noch erreichen wollen. Zusammen. Als Team.
Foto: Alexander Krone
UBC: Kirchhoff (6 Punkte, 6 Reb., 3 Steals), Hayen, Aumann (16), Bodea (2), Lucas (12), Reuter (5), Ridder (8), Hanro Tiada (3), Schmidt (6, 8 Reb.), Dertmann (4), Döding (6), Witt (2)




