
Veränderungen im Trainerbereich – UBC bedankt sich bei Edgars Ikstens
22. Mai 2026(ar) Alles neu macht der Mai. Auch für die NBBL. Kaum ist die Saison 2025/26 mit dem RSM Ebner Stolz Jugend-Top 4 abgeschlossen, wirft die neue Saison bereits ihre Schatten voraus. ALBA Berlin ist Deutscher Meister und die Liga ändert ab der Saison 2026/27 den Spielmodus.
Die Ergebnisse der Meisterschaft machen noch einmal deutlich, wie hoch die Leistung der UBC-U19-Spieler einzuschätzen ist. Rasta Vechta, Gegner in der letzten Hauptrundenpartie, die in der letzten Sekunde unglücklich verloren wurde, in den Playoffs verstärkt durch Ex-Metropol-Spieler Fynn Lastring, verlor erst im Halbfinale der Meisterschaft gegen ratiopharm Ulm.
ALBA Berlin konnte sich nur mit Mühe 2:1 gegen die Paderborn Baskets durchsetzen, gegen die die Münsteraner ihrerseits in der ersten Playoff-Runde so aufopferungsvoll gekämpft hatten und sich erst nach der unglücklichen Verletzung von Leo Kirchhoff geschlagen geben mussten. Im Final Four trafen die Hauptstädter auf die Eintracht Frankfurt / Skyliners, die auf ihren Top Scorer Jamie Edoka verzichten mussten. ALBA siegte äußerst knapp dank einer großen Überlegenheit im Rebound.
Das Finale gegen ratiopharm Ulm sollte bis zum Ende spannend bleiben, 15 Sekunden vor Ende holte Ulm noch zum 85:83 auf, bevor Anton Kemmer zum 87:83-Endstand für Berlin traf.
Herzlichen Glückwunsch an ALBA Berlin!
Atilla Göknil, ehemaliger NBBL-Headcoach in Münster und jetzt verantwortlich für die U17 bei ALBA Berlin, attestierte die Leistung der Westfalen: “Jetzt, nachdem ich sehe was für eine Leistungsdichte in Berlin herrscht, erscheint es mir unfassbar, wie Münster seit Jahren in der NBBL auf höchster Ebene mithalten kann, und das fast ausschließlich mit eigenen Jugendspielern.”
Fast zeitgleich mit dem Top4 hat die Ligaleitung die Dokumente für den neuen Spielmodus in der NBBL veröffentlicht. Konsequenz für den UBC: Die sicher geglaubte Einteilung in die höchste deutsche Spielklasse mit einer Hauptgruppe A als “1. Bundesliga” und einer Hauptgruppe B als “2. Bundesliga” wird hinfällig.
Stattdessen werden ab der kommenden Saison, beginnend am 27.09.26, Einteilungsrunden mit den für die NBBL qualifizierten Teams gespielt. Die besten vier Teams der letzten drei Jahre sind jeweils im Norden und Süden für ein eigenes Turnier, den Supercup, gesetzt und nehmen nicht an der Einteilungsrunde teil.
Alle anderen Teams müssen sich in zunächst acht Gruppen mit je vier Teams durchsetzen. In insgesamt drei Spielen, müssen sich die Münsteraner einen der ersten beiden Gruppenränge erspielen, um die zweite Einteilungsrunde zu erreichen. In jener reicht es dann, in drei weiteren Spielen nicht Vierter der vier Mannschaften zu werden.

Nach der Einteilungsrunde bleibt der Druck hoch: In der “A-Division” stehen dann in Fünfergruppen (hier stoßen jeweils zwei Supercup-Teilnehmer hinzu) vier Hin- und Rückspiele an.
Nach dieser Runde, quasi in der Mitte der Saison, muss der jeweils Fünftplazierte in die Relegation gegen die Erstplazierten der B-Division gehen. Mit den Siegern der Relegation werden die Gruppen der A-Division wieder aufgefüllt und neu gemischt:
Die aus den 1. und 3. Platz einer Gruppe, dem 2. und 4. Platz einer anderen Gruppe und einem Relegationssieger zusammengesetzten Fünfergruppen spielen wieder Hin- und Rückspiele.

Die beiden bestplazierten Teams spielen in einem regionalen Top4 in wieder drei Spielen die Teilnehmer am Top4 um die deutsche Meisterschaft aus.
Mitgekommen?
Konkret ergeben sich noch etliche Fragen: Wie genau werden die Teilnehmer für den Supercup festgelegt? Im Norden sind ALBA Berlin und Oldenburg höchstwahrscheinlich gesetzt. Rasta Vechta hat durch “Umfirmierungen” seiner Teams formal sehr wechselhafte Ergebnisse erreicht. Leverkusen wäre aktuell in die Hauptgruppe B abgestiegen, usw.
Sicherheitshalber rechnet UBC-Coach Andrej König mit der Teilnahme an der Einteilungsrunde und sieht Vor- und Nachteile: “Alle NBBL-Spieler haben deutlich mehr Spiele und können sich damit besser entwickeln – und alle Teams, selbst die in der B-Gruppe, haben den Anreiz, sich doch noch in der Relegation in die A-Gruppe hineinzuarbeiten.”
Risiken sieht er darin, dass Krankheiten und Verletzungen zum falschen Zeitpunkt ein Programm sehr schwächen können. Sicher ist, dass der mentale Druck auf Trainer und Team von Anfang an sehr hoch angesetzt ist.
Die eigenen Chancen beurteilt König durchaus positiv: “Wenn wir fit und gesund sind müssen wir hoffen, dass wir uns gegen die auf dem Papier schwächeren B-Gruppen-Teams behaupten können und in die A-Gruppe rutschen.”
Eine konkrete Einteilung wird noch ein wenig auf sich warten lassen, denn noch vor den Sommerferien, innerhalb des neuen Konzepts zum letzten Mal, können sich Teams für die Teilnahme überhaupt sportlich qualifizieren. Zumindest diese Kraftanstrengung bleibt den U19-Spielern des UBC erspart.
Titelfoto: Florian Ullbrich/@flotograf_berlin
Graphik 1 und 2: NBBL gGmbH




