
D1 setzen Siegesserie fort
19. Januar 2026
Verpennter Start schnell vergessen: JBBL besiegt Bernau deutlich
19. Januar 2026(ar) Trotz erheblicher Verspätungen der Bahn, bei der ein Spieler sprichwörtlich auf der Strecke blieb, konnte der UBC mit einem traumhaften Spiel 57:85 bei den Berlin Dreams gewinnen und damit endgültig den Klassenerhalt in der Hauptgruppe A sichern.
Dabei waren die Vorzeichen alles andere als ideal: Die Spielansetzung für 13 Uhr bedeutete eine Abfahrt zu einer Uhrzeit, bei der manch andere Altersgenossen nach durchgefeierter Nacht gerade einmal zu Hause sind. Verspätungen der Deutschen Bahn bedeuteten, dass nicht nur ein Spieler das Treffen mit der Mannschaft verpasste und unverrichteter Dinge umkehren musste, sondern auch dass die ganze Mannschaft erst 45 Minuten vor Spielbeginn in der altehrwürdigen Sporthalle Charlottenburg eintraf.
“Beim Warmup sahen die Jungs noch recht lethargisch aus, wir haben es aber gut geschafft sie wach zu machen,” erklärte Coach Andrej König: “Wir wollten von Anfang an physisch und schnell spielen, und das haben die Jungs wirklich sehr gut umgesetzt.”
Dazu rückte zu den üblichen Verdächtigen Leo Kirchhoff und Rune Reuter auch Shooting Guard Erik Niggemann wieder in die Starting Five und sollte diese Entscheidung des Coaches im weiteren Verlauf rechtfertigen. Zusammen mit Max Sonntag (sechs Rebounds) und dem wieder vollständig genesenen Lukas Freitag übten sie von Anfang an Druck auf die Berliner aus und konnten mit großem Drang zum Korb das erste Viertel 17:22 für sich verbuchen. Dabei zeigte sich vor allem Leo Kirchhoff wieder in seiner Rolle als Führungsspieler mental und phyisch stark. Er erzielte 10 seiner 19 Punkte und erarbeitete sich fünf Freiwürfe in dieser Anfangsphase.
Im zweiten Viertel zahlten sich die kurzen Rotationen aus: Es entwickelte sich für die Heimmannschaft eher ein Alptraum.
“Jeder der reinkam hat sich eingeschmiegt in das Teamgefüge”, lobte König besonders die Spieler von der Bank, die heute zusammen 26 Punkte beitrugen. Das war dann auch die Zahl der Punkte, die der UBC in diesem Viertel einnetzte, während die Hausherren magere 11 Punkte erzielten. 28:48 hieß damit der Pausenstand.
“Ich habe selten ein so physisches Spiel gesehen wie im dritten Viertel, auf dem Schulhof hätte man da längst den Lehrer geholt”, beschrieb König das Spiel. “Aber dieses Mal haben wir uns erfolgreich gewehrt, da können die Jungs wirklich stolz drauf sein.”
In dieser Situation musste vor allem die erfahrenen Spieler vormachen, wie man dagegen hält: Rune Reuter mit sechs und Erik Niggemann mit vier Punkten taten dies genauso wie der jüngere Lukas Freitag, der ebenfalls vier Punkte beisteuerte. Sie sorgten dafür, dass die Berliner trotz aller Anstrengungen nicht näher herankamen, sondern auch den dritten Spielabschnitt mit 15:19 hergeben mussten.
Im letzten Viertel ging es für das Team trotz des Spielstands von 43:67 immer noch um den direkten Vergleich für das anstehende Rückspiel, so dass auch die jetzt eingesetzten Bankspieler gefordert waren. Konrad Langenbach ließ Taten folgen und erzielte in eben der Halle, in der er noch 2024 mit dem Team des Pascal-Gymnasiums die Silbermedaille bei Jugend trainiert für Olympia gewonnen hatte, sechs seiner Punkte zum 57:85 Endstand.
“Für uns war das von der Gesamtteamleistung und der Intensität das beste Spiel der Saison, vergleichbar mit den guten Spielen zu Anfang der Saison” fasste König hörbar zufrieden zusammen:
“Das nächste Jahr in der Hauptgruppe A ist gesichert, ein Riesenerfolg bei unseren Voraussetzungen. Es ist fast unglaublich, was die Jungs mit ihrem Einsatz da rausholen. Ihnen gebührt ein Riesenkompliment!”
Auch auf dem Scoutingbogen sahen die UBC’ler gut aus: Die Rebounds waren fast ausgeglichen, 32 erzwungenen Turnovern standen lediglich 18 eigene gegenüber und mit saisonbesten 19 Assists gaben sie sieben Vorlagen mehr als die Gastgeber.
Die meisten davon verteilte Rune Reuter, der mit 10 Punkten, 7 Assists und 6 Steals einen Flirt mit einem Triple Double hätte anfangen können. Lukas Freitag zeigte sich nach überstandener Krankheit wieder gewohnt effizient, bei 6/7 aus dem Feld und 3/4 von der Linie. Ole Witt, ohnehin bester Dreierschütze seines Teams, konnte seine Saison-Dreierquote einen Hauch verbessern. Insgesamt waren Spielzeit und Punkteausbaute so gut verteilt wie selten zuvor.
Fun Fact: Im ganzen Spiel wurde Leo Kirchhoff zehnmal gefoult, einmal mehr als alle seine Teamkollegen zusammen.
Und noch ein Fun Fact: Mit einer Assist-Turnover-Rate von 1,625 haben die fünf Starter einen neuen Saison-Bestwert für das Team aufgestellt.
Die Chance auf einen weiteren Sieg erhalten die UBC’ler direkt am kommenden Wochenende: Am Sonntag, den 25.01. werden die Berlin Dreams um 15 Uhr in der alten Halle des Pascal-Gymnasiums zum Rückspiel erwartet.
Foto: Peter Obstfeld
UBC: Kirchhoff (19 Punkte, 5 Steals, 10 Fouls Drawn – von 19 insgesamt), Niggemann (11), Sonntag (4, 6 Rebounds), Stepper, Reuter R. (10, 7 Assists, 6 Steals), Ritter (6), Freitag (15, 7 Rebounds), Dertmann (3, 8 Rebounds), Witt (9), Almering
Berlin Dreams: Fakhro (15 Punkte, 13 Rebounds), Classen (9), Behnke, Doerwald (3), Weber (7), Kath, Lück (8), Karabacak (6), Aido (5, 5 Steals), Bock, Willems (4, 8 Rebounds), Hinrichs




