
D1 mit überzeugendem Auswärtssieg
16. März 2026(ar) 70 Sekunden vor Schluß brachte ein erfolgreicher Wurf von Rune Reuter die Münsteraner auf 68:66 heran. Doch die Paderborner blieben abgeklärt, trafen ihre folgenden Freiwürfe und sicherten sich die erste Partie aus der Best-of-Three-Serie 73:66. Das zweite Spiel findet am 22.03.2026 um 16.30 Uhr im Pascal-Gymnasium statt.
Die Vorzeichen waren klar: Es würde ein enges und hartes Spiel werden, mit leichten Vorteilen für die Paderborner mit ihrem Nationalmannschafts-Duo aus Center Leonard Kröger und Point Guard Tom Brüggemann.
Doch es war wieder Forward Muhamed Bristina, der mit zwei Dreiern und zwei von zwei Freiwürfen die ersten acht Punkte markierte. Wieder griff der Game Plan an dieser Stelle nicht, wie schon in den letzten zwei Begegnungen, als der Bosnier jeweils Top Scorer seines Teams war.
Aber die Münsteraner dachten gar nicht daran, sich davon beeindrucken zu lassen, insbesondere Rune Reuter. Dieser antwortete mit einem eigenen Dreier und sezierte die Paderborner Defense mit vier Abschlüssen am Brett, insgesamt elf Punkten im ersten Viertel. Trotz enger Verteidigung fand der Ball jetzt auf beiden Seiten den Weg in den Korb. Bemerkenswert dabei der Kampf der drei UBC-Center Leonard Dertmann, Justus Reuter und Lukas Freitag, die tapfer gegen Kröger kämpften, auch wenn dieser es trotzdem in diesem Viertel auf sechs Punkte brachte. Nach zehn Minuten stand es 19:24 für die Gäste.
Mit den notwendigen Wechseln kam im zweiten Viertel dann Sand ins Getriebe des UBC. Mentale Fehler in Defense und in der Offense führten zu leichten Punkten für Paderborn, während der Korb für die Münsteraner wie vernagelt zu sein schien. Würfe, die im ersten Viertel noch fielen, rollten jetzt vom Ring. Zweimal die Center Dertmann und Freitag, einmal Rune Reuter, zwei Freiwürfe von Leo Kirchhoff, der sich zudem unglücklich den Fuß vertrat, so lautete die magere Ausbeute. Mit zwanzig eigenen Punkten zogen die Paderborner zur Halbzeit auf 39:32 davon.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit wollte Paderborn ihre Kontrahenten offenbar mit einer 3-2-Zone überraschen, in der Kröger die zentral obere Position einnahm. Dieser neue Look funktionierte auch zunächst, die Münsteraner taten sich schwer damit, diese Defense zu knacken. In den ersten sieben Minuten des neuen Abschnitts brachten lediglich Leo Kirchhoff und Lukas Freitag je einmal den Ball im Korb unter, zahlreiche überhastete Würfe dienten nur als Reboundbeute. Folgerichtig stand es 50:36 für die Hausherren, zu massiv war das Bollwerk der Paderborner gebaut.
Ab der 7. Minute hieß es dann “Reuters to the rescue”: Erst setzte sich Justus Reuter unter dem Korb durch und verwandelte zwei erspielte Freiwürfe, dann wurde Namensvetter Rune zweimal auf dem Weg zum Korb gefoult, verwandelt drei seiner vier Chancen und setze noch einen Distanzwurf mit dem Fuß auf der Dreierlinie oben drauf. So stand es 50:45, 51 Sekunden vor der Viertelpause. Der letzte herausgespielte freie Wurf der Münstaner verfehlte sein Ziel, eine Sekunde vor der Sirene konnte Tom Brüggemann nur noch eine Bombe von der eigenen Freiwurflinie lancieren. Und wurde dabei von einem Münsteraner Spieler gefoult.
Entsprechend aufgebracht reagierte Coach Andrej König: “Es kann nicht sein, dass du von der Bank ins Spiel kommst und mental nicht ready bist oder sogar die Spielzüge nicht kennst.”
“In einem solchen Spiel zählt, wer die wenigsten Fehler macht – da kannst du dich nicht beim Ball Watching erwischen lassen oder dem Gegner billigste Freiwürfe schenken, dafür ist Paderborn zu abgezockt.”
Brüggemann verwandelte alle drei Freiwürfe zum 53:45 nach drei Vierteln.
Diesem Rückstand liefen die Aaseestädter jetzt ständig hinterher. Bis ein weiterer Dreier von Bristina drei Minuten vor Schluß den Spielstand auf 66:58 stellte. Im Gegenzug fand eine schöne Ballstaffette von Rune Reuter über Ole Witt Lukas Freitag, der verwandelte den leichten Wurf unter dem Korb. Pass von Reuter auf Witt an der Freiwurflinie, 68:62. Brüggemann verliert den Ball ins Aus. Step-Back-Jumper von Rune Reuter an der Grundlinie – 68:64, noch 1:16 zu spielen.
Erik Niggemann hat die Hand im Passweg, tippt den Ball zu Rune Reuter, der geht stark zum Korb und punktet mit viel Körperkontakt. Es steht 68:66, es sind noch 55 Sekunden zu spielen. Auszeit Paderborn.
Im folgenden Angriff können die Münsteraner Julius Gebauer nur mit einem Foul stoppen, der verwandelt beide Freiwürfe. Ein blitzsauberer Pass unter den Korb, der Center muss nachgreifen, Zeit genug für Leonard Kröger zur Stelle zu sein und den Wurf direkt unter dem Korb zu blocken und effektiv das Spiel zu entscheiden. Die Paderborner treffen ihre Freiwürfe, der letzte Verzweiflungsdreier geht daneben und das Spiel ist 73:66 beendet – etwas zu hoch für den eigentlichen Spielverlauf.
“Wir haben gut angefangen, auf Augenhöhe gespielt. Im 2. Viertel bekamen wir Schwierigkeiten und haben die ersten fünf Minuten nach der Halbzeit richtig schlecht gespielt”, gab König einen Überblick über das Spiel aus seiner Perspektive.
“Wir sind teilweise kopflos und overpaced über das Spielfeld gelaufen und haben die Kontrolle verloren. Diesem Zehn-Punkte-Vorsprung von Paderborn sind wir dann den Rest des Spiels hinterhergerannt.”
“Aber das muss man im Verhältnis zum hohen Level des Spiels sehen: Wir haben richtig Kampfgeist gezeigt, alles in die Waagschale geworfen und sind noch einmal auf zwei Punkte herangekommen. Wir waren ganz nah dran, trotz der mentalen Aussetzer, die uns in diesem Spiel so weh getan haben”, bewertete König die Leistung seiner Spieler.
“Wir hatten unsere Siegchance jetzt müssen wir unseren Heimvorteil nutzen und das zweite Spiel in Münster holen.”
Das zweite Spiel der Best-of-3-Serie findet am So., dem 22.03., um 16.30 Uhr in der alten Halle des Pascal-Gymnasiums statt.
Foto: Peter Obstfeld
UBC: Kirchhoff (8 Punkte, 8 Rebounds), Niggemann (2), Sonntag, Pene Moukam, Almering, Reuter R. (24, 5 Assists), Ritter (2), Reuter J. (8), Freitag (12), Dertmann (6, 8 Rebounds), Witt (4), Smyrnov
Paderborn Baskets: Brüggemann (19 Punkte, 10 Rebounds, 8 Assists), Gebauer (4), Trettin (1), Bialas (2), Koyutürk (4), Bristina (16, 8 Rebounds), Sommer, Kröger (19, 20 Rebounds, 6 Blocks), Logen (4), Becker, Kulikov (4), Kirchhoff, J. DNP




