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12. März 2026(ar) Max Sonntag, Jahrgang 2008, kommt aus und wohnt in Werne. Der 1,93m große Small Forward spielt seit der Saison 2024/25 für den UBC Münster in der NBBL. Vorher lief er für die Metropol YoungStars Ruhr in der JBBL auf, ein Team, das sich aus mehreren Ruhrgebietsvereinen speist.
Wir trafen ihn nach dem Vormittagstraining in der Ballsporthalle des Pascal-Gymnasiums.
Max Sonntag, du bist in deinem zweiten Jahr der dienstälteste Spieler im NBBL-Team, der nicht durch die UBC-Jugend und auf das Pascal gegangen ist. Wie bist du zum UBC gekommen?
<schmunzelt>Das kann sein. Vorher habe ich bei Metropol JBBL gespielt, aber deren Trainingszeiten für die NBBL gingen bis 22:00 Uhr. Das war für mich sehr ungünstig, dadurch wäre ich immer erst sehr spät zu Hause gewesen. Als ich mich nach Alternativen umgeschaut habe, habe ich gemerkt, dass Münster sogar näher liegt. Dann bin ich zu den Tryouts hingegangen und fand das hier ganz cool. Und dann habe ich es ja auch geschafft in die Mannschaft aufgenommen zu werden. Seitdem bin ich hier.
Bei Metropol hast du zwei Jahre JBBL gespielt. Wie bist du überhaupt zum Basketball gekommen und wo hast du vorher gespielt?
Ich habe schon in Werne gespielt seitdem ich fünf war. Für mich gab es noch nie einen anderen Verein. Dort habe ich die ganze Jugend durchlaufen und erst zur U16 zu den JBBL-Tryouts von Metropol gegangen.
Jetzt bist du ein Doppellizenzspieler und spielst sowohl für Münster in der NBBL als auch für Werne. In welchen Teams bist du noch zu Hause aktiv?
Spielen tue ich hauptsächlich in der zweiten Herren, in der Oberliga. Ich habe aber auch schon Einsätze für die ersten Herren in der 1. Regio gehabt. Zusätzlich spiele ich auch noch in der U18 in der [Jugend-]Regionalliga.
So ähnlich werden ja auch die Spieler in Münster an die Herrenteams herangeführt. Du fährst also für das NBBL-Training jedes Mal nach Münster. Wie funktioniert das – wie oft hast du Training? Wie ist das mit den Fahrtzeiten?
Da muss man jetzt zwischen dem letzten Jahr und diesem unterscheiden. Letztes Jahr habe ich zweimal die Woche in Münster trainiert. Ich bin dann ungefähr eine Stunde vorm Training losgefahren, habe die Trainingseinheiten mitgemacht, häufig auch die Video-Sessions. Die anderen Tage habe ich in Werne trainiert.
Dieses Jahr nehme ich auch am Vormittagstraining teil. Die Fahrtzeiten beachte ich auch kaum noch, weil ich mittlerweile in Münster studiere. Und da bin ich sowieso jeden Tag hier.
Du hast also schon sehr jung dein Abi gemacht. Hat es dich nicht gereizt ein Gap Year oder so etwas zu machen?
Nein, nein, ich habe direkt angefangen zu studieren. Nach dem Abi hatte ich rund ein halbes Jahr frei, weil es für die Anmeldung zum Sommersemester schon zu spät war. Ich habe also einen langen Sommer gehabt. Zum Wintersemester habe ich mich dann an der Uni angemeldet und studiere jetzt in Münster aufs Grundschullehramt.
Du hast bereits im letzten Jahr ein paar Einsatzminuten bei Coach König bekommen. Dieses Jahr bist du manchmal Starter, manchmal kommst du von der Bank. Wie siehst du selbst deine Rolle im Team?
Vor allem als Energizer in der Defense. Mein Job ist es, Energie reinzubringen, Stimmung zu machen auf dem Feld, ein paar Stops zu holen. Jetzt arbeite ich daran, auch im Angriff wieder aktiver zu werden, da ein bisschen mehr Energie reinzupacken. Aber bisher habe ich vor allem meine Rolle in der Defense gesehen und darin, auf dem Feld viel zu kommunizieren. Aber auch von der Bank aus kann ich was Positives beitragen, als Teammate die Spieler auf dem Feld supporten und so.

Wie wächst du mit dem Team zusammen? Du siehst deine Mannschaftskollegen hier ja nur relativ selten, manchmal sogar als Gegner auf dem Feld. Wie passt das zusammen?
Ja, dass ich meine Teamkollegen hier relativ selten sehe finde ich manchmal schon ärgerlich. Aber das ist im Moment nicht anders lösbar. Jetzt mit den Vormittagstrainings sehe ich die immerhin öfter. Da merke ich auf jeden Fall den Unterschied, wie das ist, mehr in der Mannschaft angekommen zu sein.
Dann die Jungs als Gegner zu sehen, solche Spiele fühlen sich eher so an wie Freundschaftsspiele. Vielleicht redet man dann ein bisschen Trash-Talk dabei, aber wir verstehen uns alle zu gut, da zanken wir uns nicht wirklich.
In diesem Jahr kann es in der Regionalliga besonders pikant werden: Es scheint am letzten Spieltag auf ein Endspiel um den Klassenerhalt in Werne hinauszulaufen. Was, wenn du dann auf dem Feld stehst?
Wenn ich mir das vorstelle, bekomme ich echt gemischte Gefühle. Auf der einen Seite hoffe ich irgendwie, dass ich da nicht aufgestellt werde. Und auf der anderen Seite will ich auch unbedingt spielen, weil so ein Spiel, in dem es um alles geht, auch mega viel Spaß macht.
Da sein werde ich auf jeden Fall, um mir das anzugucken. Aber will ich am Ende wirklich den entscheidenden Ball in der Hand haben, dann wenn es um Abstieg geht? Das wäre für mich eine echt schwierige Situation, denn beide Mannschaften sind ja für mich eine Option für nächstes Jahr.
Verständlich. Apropos Spiele, in denen es um alles geht: Es stehen die NBBL-Playoffs gegen Paderborn an. Was hast du dir für diese Spiele vorgenommen?
Also… im Spiel bei uns haben wir die defensiv ganz gut gehalten, fand ich. Auf das Level müssen wir wieder zurückkommen. Im Rückspiel in Paderborn war unsere Defensive ziemlich schlecht. Genau da muss ich mich einbringen, in der Verteidigung kann ich der Mannschaft viel bringen, vor allem kommunizieren. Ich kann Leute, auch mal locken, zu Fehlern zwingen. Im Hinspiel ist mir das ganz gut gelungen, fand ich.
Aber vor allem muss das Ganze in der Offensive besser laufen. Das war im Rückspiel eine Vollkatastrophe. In den letzten Trainings vor den Playoffs müssen wir in einen Flow kommen und dann in den Playoffs offensiv auch endlich mal eine gute Team-Leistung anbringen. Das schließt mich mit ein.

Ihr habt auch schon einmal ein Spiel zu Beginn völlig verschlafen. Was könnt ihr machen, damit ihr in den Playoffs von Anfang an da seid?
Ich glaube, das fängt mit der Vorbereitung vor dem Spiel an, ob man sich da eher mit dem Handy beschäftigt oder sich mental intensiv aufs Game konzentriert, nochmal ein bisschen Video-Analyse macht zum Beispiel.
Dann, im Moment da du in die Halle kommst, finde ich es ganz wichtig, was für eine Körpersprache du zeigst. Lässt du da schon den Kopf hängen, nehmen die Gegner das wahr und du hilfst denen eher sich gut zu fühlen, das erhöht deren Energie. Also müssen wir an uns glauben, mit breiter Brust da rausgehen und den Gegnern von Anfang an zeigen, dass wir das Spiel holen wollen, dass es für sie sehr hart wird, wenn sie uns schlagen wollen.
Wer bringt am meisten Energie aufs Feld, wer kann außer dir am ehesten das Team mitreißen?
Wenn so etwas passiert wie der Alley-Oop von Leonard gegen Vechta, das wirkt. Ansonsten Erik mit seinen Dreiern, aber vor allem seiner defensiven Aggressivität. Auch wenn es mal ein Foul ist und ihm ab und zu abgepfiffen wird, zeigt er allen anderen, was sie in der Defense bringen müssen. Dann natürlich Leo, wenn er wieder mal zum Korb zieht, oder genauso Rune. Das sind so die Leute, denen ich das zutrauen würde, die in dieser Beziehung wichtig für uns sind.
Was sind deine persönliche Ziele für diese Playoffs?
Ich will auf jeden Fall offensiv aggressiver werden. Das war jetzt eigentlich die ganze Saison über das größte Problem bei mir. Aber da geht es natürlich darum, das im Rahmen unserer Team Offense zu halten, nicht einfach nur darum Eins-gegen-Eins Abschlüsse zu erzwingen. Das kann jeder und das ist nicht gut für die Mannschaft. Aber wenn ich in einer guten Situation den Ball bekomme, muss ich aggressiver rangehen und das Scoring suchen.
Was sind deine Ziele fürs nächste Jahr, wo möchtest du spielen?
Auf jeden Fall in Münster NBBL. In meinem letzten Jahr würde ich gerne auf meiner Position fürs Team unentbehrlich sein. Im Sommer werde ich auf jeden Fall dafür hart arbeiten, damit ich möglichst viel Spielzeit kriege. Und dann werde ich sehen, was das nächste Jahr bringt.
Die Off-Season wird klassischerweise dazu genutzt, sich individuell zu verbessern. Was für Baustellen siehst du für dich selbst?
Footwork ist wichtig, sowohl für die Defense als auch in der Offense. Finishes am Rim gegen Kontakt. Und viel Ballhandling, damit ich noch sicherer werde, wenn ich den Ball in der Hand habe. Am Shooting muss jeder ständig arbeiten, das gehört dazu, genau wie Ausdauer. Das ist das Normale. Aber vor allem an den offensiven Skills muss ich arbeiten.
Würde es dir helfen, auch in Münster zu wohnen? Ist das geplant, jetzt da du auch in Münster studierst?
Jetzt für das Sommersemester definitiv noch nicht, so leicht ist es gar nicht eine Wohnung zu finden, und bezahlen muss man das ja auch. Ich lasse es einfach auf mich zukommen. Und dann schaue ich, was sich so ergibt.
Viel Erfolg in den Playoffs – für dich persönlich und für euch als Team!
Danke.
Fotos: Giuseppe Vedda, Peter Obstfeld





