
Damen 1 starten mit Sieg in 2026
12. Januar 2026(ar) Zwei Spiele innerhalb von 21 Stunden waren zu viel: Die U19-Leistungsträger des UBC gewannen zwar am Sonnabend in der 1. Regionalliga einen Abstiegs-Krimi in Aachen, aber mussten sich am Tag danach im Westfalenduell mit 68:73 den Paderborn Baskets geschlagen geben.
Vor allem Rune Reuter (41 Minuten), Leo Kirchhoff (32′) und Leonard Dertmann (19′) standen im Overtime-Krimi im westlichsten Zipfel des Bundeslandes lange auf dem Feld.
Weniger als dreizehn Stunden nach ihrer Rückkehr standen die drei schon wieder zum Hochball auf dem Feld, zusammen mit Lukas Freitag und Felix Almering. Und zunächst war von der großen Belastung wenig zu spüren, vor allem dank Leo Kirchhoff, der bereits in dieser Phase aggressiv attackierte und neun Punkte erzielte, vier davon an der Freiwurflinie.
Doch mit Leonard Dertmanns unglücklichem zweiten Foul musste dieser auf die Bank und es kam ein Bruch in das Spiel, Paderborn konnte sich trotz einer unterdurchschnittlichen Wurfquote von Nationalspieler Tom Brüggemann ein wenig absetzen. Gerade eingewechselt brachte Simon Ritter die notwendige Energie von der Bank, zeigte mit überlegten Aktionen zum Korb und Step-Back-Jumpern aus der Mitteldistanz, wie man den im wahrsten Sinne des Wortes überragenden Leonard Kröger überwinden konnte. Denn traf man nicht, wurde der Rebound mit hoher Wahrscheinlichkeit dessen Beute – bis zum Ende sammelte er 25 Rebounds und fünf Blocks.
“Wir wollten Kröger mit unseren drei Bigs bearbeiten, aber nach dem ersten Viertel ist uns das nicht mehr gelungen, warum auch immer”, beschrieb Coach Andrej König seinen Gameplan.
Nach dem 21:22 nach dem ersten Viertel folgte im zweiten ein defensivbetonter Schlagabtausch, jeder Korb musste hart erkämpft werden. Für die Münsteraner war es in dieser Phase neben Kirchhoff und Ritter nur Ole Witt, der offensiv Punkte beisteuerte, während Point Guard Rune Reuter mit präzisen Pässen die Defense der Gegner sezierte. Am Ende der Halbzeit stand dann mit 36:35 eine hauchdünne Führung.
Doch es war klar, dass ein Spieler wie Tom Brüggemann sich nicht mit einer 1/9-Quote aus dem Feld zufriedengeben würde. Jetzt zog er wieder und wieder in die Zone, schloss entweder selbst erfolgreich ab oder bediente seine Mitspieler – elf Punkte und drei Assist alleine in diesem Viertel. Nutznießer war vor allem der bosnische Jugendnationalspieler Muhamed Bristina, der mit einer hervorragenden Quote Punkt um Punkt sammelte und am Ende unauffällig mit 23 Punkten Top-Scorer seines Teams war. All dies konnte Münster in dieser Phase nicht matchen, von den 14 Punkten erzielten Leo Kirchhoff ,als Motor der Mannschaft, wie auch der jetzt aktivere Rune Reuter je vier, aber die Dreier wollten weiterhin nicht fallen und die Reboundüberlegenheit der Paderborner wuchs beständig weiter, auf 24-44 nach drei Vierteln. Mit einem knappen Rückstand von 50:55 nach drei Vierteln schien die Lage aber alles andere als aussichtslos.
Dies schien sich zu bewahrheiten – drei Körbe in Folge, einer von Max Sonntag und zwei von Rune Reuter brachten die Münsteraner mit 56:55 in Front, doch das Trio aus Brüggemann, Kröger und Bristina antwortete mit einem 10:2-Lauf und brachte die Ostwestfallen dreieinhalb Minuten vor dem Ende wieder mit 58:65 in Führung. Souverän geführt von Tom Brüggemann und seinen entscheidenden Freiwürfen war für die Münsteraner am Ende nicht mehr als ein wenig Ergebniskorrektur möglich, ein And-1 von Rune Reuter mit Ablauf der Spieluhr stellt den Abstand zumindest auf freundliche 68:73, vielleicht einmal wichtig für einen direkten Vergleich.
“Kein anderer hat es heute so gemacht wie Leo Kirchhoff, er hat Pokal und Herren gespielt, über 100 Minuten, nimmt fünf Offensivfouls an und ist sich nicht zu schade, zum Korb zu gehen und Kontakt zu suchen, seinen Körper einzusetzen”, lobte König seinen an diesem Tag überragenden Spieler: “Defensiv haben wir es ihnen über weite Strecken schwergemacht, aber wir müssen uns mal von Leo Kirchhoff abgucken, in der Helpside einfach mal zu stehen [und das Offensivfoul anzunehmen], statt jedes Mal zu springen und den Gegner für billige Punkte an die Linie zu schicken.”
Für das Rückspiel am 8. Februar muss der Trainer sich etwas einfallen lassen: Mit einem Reboundverhältnis von 34-58 und einer Wurfquote von 36% (Paderborn: 44%) aus dem Feld ist es schwierig, ein Spiel zu gewinnen. Vielleicht gelingt des dem UBC-Center-Trio dann auch, mehr als die zusammen fünf Rebounds einzusammeln.
Fun Fact am Rande: 69 der 73 Paderborner Punkten wurden von Spielern gespielt, die nicht vor der U16 in Paderborn gespielt haben. Bei Münster waren es neun von 68.
Am kommenden Wochenende geht es zunächst wieder einmal in die Hauptstadt, dieses Mal gegen die Berlin Dreams. Gespielt wird am kommenden Sonntag (18.01.) um 15 Uhr in der den Pascalern aus ihren “Jugend trainiert für Olympia”-Auftritten gut bekannten Sporthalle Charlottenburg.
Foto: Peter Obstfeld
UBC: Glusa, Kirchhoff (25, 13 Fouls Drawn – von 21 insgesamt), Niggemann (2), Sonntag (4, 7 Rebounds), Stepper, Almering, Reuter R. (10), Ritter (12), Reuter J. (2), Freitag (3), Dertmann (2), Witt (6)
Paderborn Baskets: Schielke, Simson (12 Punkte), Brüggemann (20, 7 Rebounds, 8 Assists), Trettin (2), Koyutürk (4), Bristina (23), Kröger (10, 25 Rebounds, 5 Blocks), Magatzki (2), Kulikov, Kirchhoff




