
W12 ist Kreismeister 2026 – toller Erfolg im Mädchenbereich
24. März 2026(ar) In einem extrem schnellen und ausgeglichenen Spiel hielt der UBC bis zu 37. Minute das Spiel offen, bis er einknickte, nicht zuletzt weil Ko-Kapitän Leo Kirchhoff sich erneut am Fuß verletzte. Am Ende fuhren die Paderborn Baskets mit einem 86:93-Sieg nach Hause und sehen sich im NBBL-Viertelfinale ALBA Berlin gegenüber.
Die Ausgangsvoraussetzung war klar: Ein Sieg musste her, oder die Saison wäre vorbei. Vor ca. 200 teilweise lautstarken Zuschauern begann das Spiel mit sehr hoher Intensität. Anders als die letzten drei Begegnungen sollte es weitaus weniger defensiv geprägt sein als erwartet.
Es waren vor allem die 2007er, die darum kämpften, ein weiteres Spiel spielen zu können. Erik Niggemann setzte zwei von drei Dreiern ins Netz, Leo Kirchhoff fand immer wieder Lücken und zog zum Brett, steuerte neun Punkte bei. Leonard Dertmann knüpfte an seine Leistung der Vorwoche im Herren-Regionalliga-Spiel in Hamm an und überwand Leonard Kröger mit sehenswerten Aktionen, unter anderem einem krachenden Dunk nach präzisem Assist von Rune Reuter.
Doch der Gegner hielt. Sichtlich jeder Ball unter dem Korb war hart umkämpft, trotzdem sammelte Kröger bereits im ersten Durchgang sechs Punkte und acht Rebounds. Und wieder war es Muhamed Bristina, der im ersten Viertel butterweich drei von drei Dreiern einnetzte, als der Verteidiger zu spät zum Closeout kam.
Am Ende des Viertels hatten die UBC’ler 27 Punkte markiert, aber auch 31 Punkte zugelassen. Würden gerade die fünf Starter, die bereits am Vorabend beim enttäuschenden Abstiegsfinale in der Herren-Regionalliga in Werne viele Minuten gegangen waren, diese Schlagzahl halten können?
Diese Sorge schien zunächst unberechtigt zu sein. Die drei 2007er blieben aktiv, punkteten fast so munter wie im ersten Viertel. Dazu fügten sich die Bankspieler nahezu nahtlos ein, hielten die Intensität in der Defense aufrecht. Ole Witt steuerte neben smarter Defense vier Punkte bei und Felix Almering traf seinen einzigen Wurf von der Dreierlinie, was ihm bisher in der NBBL nur einmal gelungen war.
Paderborn blieb zunächst vorne, beim 38:45 in der 16. Minute sogar mit sieben Punkten. Doch jetzt folgte der große Run der Gastgeber. And-Ones von Leo Kirchhoff gegen den Riesen Kröger und gleich danach von Leonard Dertmann sowie der dritte Dreier von Erik Niggemann brachten die Münsteraner zwei Minuten später 46:45 in Führung.
Weitere sehenswerte Aktionen folgten, auf beiden Seiten. Tom Brüggemann bestrafte Fehler in der Defense umgehend und verhinderte einen höheren Rückstand seines Teams zur Halbzeit, 53:49.
Im dritten Viertel schien das Momentum gänzlich zu Gunsten der Aaseestädter zu kippen, eine engagierte Defense führte zu zahlreichen Fastbreaks – Rune Reuter erzielte drei Korbleger in Folge zur höchsten Münsteraner Führung in der 24. Minute. Jedoch schlichen sich nach einer Paderborner Auszeit wieder kleine Fehler ein, vorne wie hinten, und der Gegner kam zu zu vielen leichten Punkten. Resultat nach 75% der regulären Spielzeit: Eine magere 71:70-Führung für Münster.
Wie heißt es so schön? “Basketball is a game of runs!”
Die Münsteraner besannen sich ihrer Qualitäten, die Center Leonard Dertmann und Lukas Freitag – Justus Reuter, der dritte im Bunde hatte sich im Training eine Fußverletzung zugezogen – hielten immer noch gegen und trugen auch offensiv bei. In der 34. Minute führte Münster 80:74, in der 36. Minute 84:78.
Dann, viereinhalb Minuten vor Schluß die Schlüsselszene: Leo Kirchhoff setzt einen Fuß um seinen Verteidiger Koyutürk, dessen Schienenbein übt bei seinem Slide ohne Verschulden Druck auf Kirchhoffs Wade aus, jener knickt um und bleibt auf dem Boden liegen, muss anschließend ausgewechselt werden. Ein Schock für alle.
Anschließend ist der Spielfluß dahin, überhastete Aktionen gehen daneben, auf der Gegenseite gibt sich Tom Brüggemann abgezockt, erzielt alleine in diesem Viertel 15 seiner 30 Punkte.
Erst ein Dreier von ihm, Kröger trifft den Distanzwurf von der Freiwurflinie, Brüggemann ist zu schnell im 1-gegen-1 für Dertmann, bekommt in der nächsten Szene einen Gortat-Screen von Kröger und hängt Reuter für einen leichten Korbleger ab.
Leo Kirchhoff kommt noch einmal ins Spiel, ist aber offensichtlich gehandicapt. Er kann Koyutürk im Pick & Roll nicht halten, Freitag hechtet zu Kröger zurück, um den Pass zu verhindern und von der Weak Side kommt die Hilfe nicht. Leo Kirchhoff trifft noch einen Korbleger, obwohl er sichtlich nicht mehr springen kann. Die Verzweifelungsfouls zum Ende helfen auch nicht, Brüggemann verwandelt vier von vier und das Spiel endet, im Endergebnis wieder viel zu hoch, 86:93.
Coach Andrej König, sichtlich erschöpft nach dem Spiel, gab sich versöhnlich: “Ich freue mich erstmal wirklich, dass die Jungs so ein tolles Spiel gezeigt haben. Wir haben sehr, sehr lange gegen Paderborn auf Augenhöhe gespielt, haben bis kurz vor Schluß auch noch geführt.”
“Dass sich Leo dann im vierten Viertel verletzt war ein bisschen ärgerlich. Das hat bei uns das Momentum gekillt und auch Selbstbewusstsein geklaut”, analysierte König die Ursache für die Niederlage.
“Die letzten Minuten waren dann ein bisschen gezwungen, aber es war auch ein sehr gutes Spiel von Brüggemann und Kröger, mit 30 bzw. 15 und 18 [Rebounds].”
“Den Jungs muss ich ein großes, großes Lob aussprechen und ich hoffe, dass sie wirklich so stolz auf sich sind, wie ich es bin. Es war eine tolle Saison und sie haben eine großartige Entwicklung durchgemacht.”
“Mir hat es wirklich leid getan, heute mit so einer kurzen Rotation zu spielen, Daniel, Felix, Maxim und vor allem Max Sonntag, aber in so einem engen und wichtigen Spiel hat es gut gepasst, der Rhythmus war da, dann musst du dabei bleiben.”
Leo Kirchhoff, dessen Verletzung sich im Nachhinein als dreifacher Bänderriss herausstellte, fasste das Spiel so zusammen:
“Uns ist so ein bisschen die Kraft ausgegangen. Zum Ende hat die Kraft gefehlt für den letzten Push, bei mir waren die Beine leer, bei Rune waren die Beine leer.”
“Es ist jetzt zwar unglücklich, dass wir damit rausfliegen, aber wir haben gute 40 Minuten gespielt, damit können wir wirklich zufrieden sein”, resümierte er nach dem Spiel, seinem letzten als Jugendlicher für den UBC.
Für die Spieler der NBBL steht jetzt erst einmal Erholung an – für die Schüler kommen die Osterferien gerade recht. Danach folgen für manche noch einige Spiele in der Herren-Oberliga, deren aktueller Aufstiegsplatz durch den Abstieg der zweiten Herrenmannschaft aus der 1. Regionalliga allerdings wohl wertlos geworden ist.
Nach den Tryouts am 3. Mai (für die U18M und damit auch die NBBL von 15-17 Uhr in der Pascal-Halle) beginnt das gemeinsame Sommertraining. Die neue Saison in der Hauptgruppe A beginnt voraussichtlich relativ bald nach den in NRW sehr spät angesetzten Sommerferien.
Gleichzeitig wird auch der Modus der Liga geändert, d.h. in Zukunft werden die meisten Teams sich für die A-Division im September qualifizieren müssen. Welche Folgen das für die Saison 2026/27 hat ist noch unklar.
https://nbbl-basketball.de/nbbl/news/11067
Foto: Peter Obstfeld
UBC: Almering (3 Punkte), Kirchhoff (25, 7 Assists), Niggemann (13), Sonntag DNP, Pene Moukam, Langenbach (4), Reuter R. (12, 5 Rebounds, 7 Assists), Ritter (1), Smyrnov, Freitag (6, 5 Rebounds), Dertmann (18, 8 Rebounds), Witt (4)
Paderborn Baskets: Simson (18 Punkte, 5 Rebounds), Brüggemann (30), Gebauer (7), Trettin, Koyutürk (8), Bristina (11, 5 Rebounds), Kröger (15, 18 Rebounds, 8 Blocks), Logen (2), Becker, Kulikov (2)




