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U19: Einzug in die 1. Bundesliga ist perfekt!

(ar) Mit einer großartigen Teamleistung – und ohne viel Schlaf – qualifizierte sich am Wochenende die NBBL-Mannschaft des UBC Münster zusammen mit den Bundesliga-Nachwuchsteams der Hamburg Towers und der Rostock Seawolves für die höchste Spielklasse in deutschen Jugendspielbetrieb: Die Division A der Nachwuchs-Basketballbundesliga.

A frühen Samstagabend gab es das nächste – und vorläufig letzte – Aufeinandertreffen der westfälischen Kontrahenten Münster und Paderborn. Die große Frage war, ob Paderborn ihren Nationalspieler Leonard Kröger ins Rennen schicken würde, oder ob er mit dem ProA-Team nach Crailsheim fahren würde. Kurzum: Er war in Süddeutschland.

Somit war bereits klar, dass die Hauptlast der Offensive auf Levy Koyutürk fallen würde. Ihn konnten die UBC’ler auf 17 Punkte halten, womit er immer noch Top-Scorer seines Teams war.

Auf Münsteraner Seiten kam vor allem Daniel Pene Moukam gut aus den Startlöchern. Er zeigte sich an diesem Wochenende insgesamt stark verbessert, vor allem in seiner Defense und seinen Entscheidungen. In diesem Spiel legte er bis zur Halbzeit 14 Punkte auf, am Ende sollte er mit 21 Punkten Top-Scorer seines Teams sein.

Die beiden Coaches Andrej König und Peer Reckinger fingen angesichts der erwartet hohen Belastung der Stammkräfte früh an, den Bankspielern Spielzeit zu geben. Hier zeigte sich dann Simon Ritter in Spiellaune, der mit einer perfekten Quote aus dem Feld bis zur Halbzeit 10 Punkte beisteuerte.

In der zweiten Halbzeit waren es vor allem Liam Glusa und Lukas Freitag, die punkteten , immer wieder kontrollierte Rune Reuter mit klugen Pässen in der Offense das Geschehen, was leider vom Scouting-Team, das ihm nur zwei Assists anschrieb, nicht honoriert wurde.

Am Ende wurde es ein unangefochtener Start-Ziel-Sieg der Münsterlander über die Ostwestfalen, die jetzt hoffen mussten entweder gegen Hamburg oder gegen Rostock den wichtigen einen Sieg zu holen.

UBC Münster – Paderborn Baskets 86:72

Für den UBC spielten:

Ivankovic, Glusa (12), Schwering (2), Humpert (6), Pene Moukam (21, 9 Rebounds), Langenbach (2), Reuter R. (13, 7 Rebounds), Ritter (12), Sonntag, Trachternach, Freitag (18, 9 Rebounds)

Wie es der Zufall wollte, zogen die Proteste der Halloween-Nacht just am Team-Hotel vorbei, Böller störten bis spät in den Nacht die Ruhe. Und um 9 Uhr sollte das Team wieder auf dem Platz stehen, mental und physisch fit. Eine logistisch fast unlösbare Aufgabe, mussten doch auch Frühstück und das Warmmachen mit eingeplant werden.

Hier zeigte sich der Nachteil, nicht von einem Erstbundesligisten mit seinem Budget zu profitieren.

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Dabei war das Spiel gegen Rostock enorm wichtig: Ein Sieg würde die vorzeitige Qualifikation für die Division A bedeuten, eine Niederlage das Abendspiel gegen die Hamburg Towers möglicherweise zu einem Entscheidungsspiel machen.

Für die Ostsee-Basketball galt allerdings das Gleiche: Sie hatten am Vortag ihr Spiel gegen die Hamburg Towers am Ende deutlich verloren und wollten ihrerseits vermeiden, das letzte Spiel gegen Paderborn zu eine Do-or-Die-Spiel werden zu lassen.

Im ersten Viertel sah es für die Rostocker dann auch sehr gut aus. Sie schienen ihren Ring mit Schmierseife präpariert zu haben – ein Korbleger nach dem anderen rutschte wieder heraus. Über ein 11:3 hielten die Seawolves diese Führung bis zum 16:8 bei Viertelende.

Doch im zweiten Durchgang platzte endlich der Knoten: Die Rostocker erzielten zwar ähnliche viele Punkte, aber Lukas Freitag und Rune Reuter punkteten jetzt hochprozentig, erzielten zusammen 19 der 31 Münsteraner Punkte in diesem Viertel und brachten den UBC mit 34:39 nach vorne.

Im dritten Viertel trug mit Liam Glusa der nächste im Team seine monochrome Seite. Mit unnachahmlicher Athletik steuerte er aus allen Lagen acht weitere Punkte bei und hielt die Mecklenburger gerade so eben auf Distanz – 50:56 hieß es nach dem dritten Viertel.

Am Ende war es eine gemeinschaftliche Teamleistung unter der Führung von Aufbauspieler Rune Reuter (10 Punkte im letzten Viertel), die den Westfalen den verdienten Sieg einbrachte. Dieser hätte nach dem 60:79 auch noch deutlich höher ausfallen können.

Rostock Seawolves – UBC Münster 70:79

Für den UBC spielten:

Ivankovic, Glusa (19), Schwering, Humpert (10, 7 Rebounds), Pene Moukam (6, 6 Assists), Langenbach, Reuter R. (25, 7 Rebounds), Ritter (2), Sonntag, Trachternach, Freitag (17, 15 Rebounds)

Nachdem die Rostock Seawolves nach einem ständigen Hin und Her ihr Do-or-Die-Spiel gegen die Paderborn Baskets gewannen, sollte es eigentlich im Spiel gegen die gastgebenden Hamburg Towers nur noch ein Schaulaufen geben – die Wertung des Spiels war letzten Endes Makulatur.

Pustekuchen.

Einen Alley-Oop Dunk auf Hamburger Seite beantwortete Heikki Humpert mit einem ebensolche auf Anspiel von Rune Reuter postwendend. Und ab da ging die Post ab. In einer andere Szene düpierte Humpert Nationalspieler Danny Egbe mit einem beidhändigen Block über dem Ring, als jener zum Dunking einfliegen wollte. Überhaupt sollte es das beste Spiel Humperts an diesem Wochenende werden, eingebettet in eine grandiose Teamleistung der Münsteraner.

Selbst als die UBC-Coaches früh ihre Ersatzkräfte brachten, riss der Faden nicht ab. Bestes Beispiel: Konrad Langenbach brach einen Fast Break im 1-gegen-1 gegen Danny Egbe ab und warf kaltschnäuzig den Ball von jenseits der 3-Punkte-Linie in die Reuse. Gut erholt erarbeiteten sich die zurückkehrenden Starter dann eine 10-Punkte-Führung, die im Wechsel immer wieder erodierte, zum Ende des dritten Viertels führten die Aaseestädter noch mit 56:55 vor den Elbstädtern.

Zum Ende wurde es dann noch einmal hochdramatisch: Fiete Meinberg stellte 80 Sekunden vor Schluss den Stand auf 73:80, aber nach einem Rebound und danach einem Steal verwandelte Rune Reuter zwei Korbleger zum 77:80 bei 37 Sekunden. Elf Sekunden vor Schluß traf Paul Mellentin einen weiten Zweier, im Gegenzug nahm Konrad Langenbach einen Dreier und traf! Reuter foulte seinen Kontrahenten Hagen Angerer umgehend, der verfehlte beide Freiwürfe, der weite Pass ging wieder nach vorne zu Langenbach, der gegen einen langen Verteidiger auch noch den Wurf in der Spielzeit auf den Weg brachte… doch der Ball landete auf dem Ring und das Spiel war vorbei.

Die Freude beim Bundesliga-Nachwuchs war unter den Augen von Towers-Manager Marvin Willoughby entsprechend groß, die Enttäuschung bei den Münsteranern hielt sich dagegen in Grenzen. Sie hatten die Mission erfüllt und zusätzlich den großen Towers Paroli geboten.

UBC Münster – Hamburg Towers 80:82

Für den UBC spielten:

Ivankovic (2 Punkte), Glusa (10), Schwering (3), Humpert (20, 7 Rebounds), Pene Moukam (8), Langenbach (10), Reuter R. (13, 6 Rebounds, 8 Assists, 5 Steals), Ritter (6), Sonntag, Trachternach (2), Freitag (6, 5 Rebounds)

Photo: Peter Obstfeld

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